Entstehung der Wehr

Am 26. Juni 1867 erfolgte im Verkündungsbereich der Gemeinde Ergolding ein Vermerk über vorhandene Feuerlöschrequisiten.

Im Dezember 1878 wurde eine vierrädrige Saug- und Druckspritze sowie 40 Meter Schläuche von der Firma Justus Christian Braun, Feuerlöschmaschinenfabrik, Nürnberg,  für damals 2000,- Mark beschafft.

Der 10.05.1882 war laut einer Aufzeichnung das Gründungsjahr der Ergoldinger Feuerwehr. (Quelle: Staatsarchiv Landshut)

 

Feuerwehrhaus in der Zeit zwischen 1911 und 1970

1933 wurde eine vierrädrige Motorspritze "David", Leistung 800 l/min mit Zubehör für 4365 Goldmark gekauft.

Im Jahr 1936 wurde die Feuerwehr, die zu diesem Zeitpunkt etwa 36 Mann zählte, durch das Bezirksamt Landshut als öffentliche Feuerwehr anerkannt. Aus dem Schreiben ging hervor, das es die Bildung einer Gemeindefeuerwehr aus den Feuerwehren Ergolding und Piflas geben wird. Name der Wehr: Freiwillige Feuerwehr Ergolding mit den Abteilungen Ergolding und Piflas.

1943 wurde die Ausrüstung der Wehr um eine Magirus Tragkraftspritze mit Einachsanhänger zum Preis von 3.502,85 Reichsmark erweitert.

1944 wurde ein Freistellungsantrag Flugplatzkommando Ergolding (Platzlandwirt) für 5 weibliche Arbeitskräfte vom Feuerwehrdienst abgelehnt.

1953 wurde ein Feuerschutzplan für die Marktgemeinde erstellt.

Ende 1954 Anfang 1955 kam man nach reichlichen Überlegungen in Feuerwehr und Gemeinde zu dem Entschluß, für die Ergoldinger Wehr ein neues Fahrzeug zu beschaffen. Die Wahl fiel auf ein Dodge-Feuerwehrfahrzeug. Die Stellungnahmen des Gemeinderates wurden an die zuständige Behörde geschickt. In diesem Fall an das Landratsamt Landshut.

Bereits im Februar 1955 kam von der Fa. Obauer aus Burglengenfeld ein Angebot über ein Dodge-Feuerwehr-Fahrzeug in Höhe von 15.455,- DM. Die Gemeinde machte mit einem weiteren Schreiben gleich deutlich, daß eine Beschaffung ohne Staats- und Landkreiszuschusses nicht möglich ist. Die Aufnahme eines Darlehens hierzu ist bereits wegen der vorhandenen Schuldenbelastung von ca. 100.000,- DM unmöglich. Im März 1955 wurde von Oberamtmann Blatner ein Finanzierungsplan von der Gemeinde gefordert. Da im April 1955 seitens der Gemeinde immer noch kein Finanzierungsplan beim Landratsamt vorlag, gab es das nächste Schreiben an Ergolding. Mit der Stellungnahme vom Mai 1955 durch ersten Bürgermeister Heckner endete das Vorhaben Dodge. In erster Linie waren die Kosten für die Gemeinde nach sorgfältiger Prüfung doch zu hoch. Desweiteren kam man zu dem Entschluß, daß die erforderliche Verkehrssicherheit durch dieses Fahrzeug nicht gewährleistet ist. Ein weiterer Punkt war auch, daß Ende des Jahres ein neues, deutsches Feuerlöschgerät auf den Markt kommt, welches einen wesentlich niedrigeren Spritverbrauch vorweisen kann wie ein Dodge-Fahrzeug.

Es gibt leider zu dem gewünschten Fahrzeug keine Orginalbilder. Es wird von einem so ähnlichen Fahrzeug wie abgebildet ausgegangen. (Foto: Dodge WC 55, Baujahr 1938; Feuerwehr Lohnsburg, Österreich)

Da aber die Feuerwehren Ergolding und Piflas weiterhin die Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten müssen, entschloß man sich vorerst eine Metz-Tragkraftspritze TS 8/8 VW-Motorspritze mit Tragkraftspritzenanhänger anzuschaffen.

Ein großer Meilenstein in der Geschichte der Wehr war im Jahr 1956 die Beschaffung eines VW-Kastenwagens einschließlich feuerwehrtechnischer Einrichtungen für 6.802,- DM. Dieses Fahrzeug war das erste VW-Kleinlöschfahrzeug Niederbayerns.

1958 wurden die ersten zehn Schutzanzüge beschafft.

1961 erklärte der Kommandant Hans Mayer, der von 1945 - 1961 in Ergolding die Feuerwehr leitete, seinen Rücktritt, da er zum Kreisbrandinspektor ernannt wurde. Bei der Neuwahl wurde Alois Plötz zum Kommandanten gewählt.

Im Januar 1967 endete eine Unstimmigkeit wegen der Beschaffung eines Löschfahrzeugs innerhalb der Wehr mit dem Austritt von 21 aktiven Feuerwehrkameraden, womit die Feuerwehr nurmehr mit 25 Mann besetzt war. Das war der sogenante "Feuerwehrkrieg". Vorausgegangen war eine Beschaffung für die Feuerwehr. Nach vielen Besichtigungen und Gesprächen einigte man sich in der Wehr auf ein Magirus-Fahrgestell mit einem Bachert Aufbau. Im Vorfeld wurde der Feuerwehr damals anscheinend auch dieses Fahrzeug zugesichert. In der entscheidenden Gemeinderatssitzung fiel die Entscheidung ABER auf ein MAN Fahrgestell mit Metz Aufbau. Das ein oder andere Wort wurde gewechselt und schon war das Zerwürfniß zwischen Gemeinde und Feuerwehr da. Am Ende der ganzen Streitigkeit, die sich über einen längeren Zeitraum hinzog, (u. A. wurde über eine Pflichtfeuerwehr nachgedacht!) einigte man sich auf beiden Seiten auf ein Mißverständnis. Diverse Stellen, Landratsamt, Regierung, Bürgermeister, Kreisbrandführung wurden eingeschaltet und trugen zum friedlichen Ende der Streitigkeiten bei. Im November des gleichen Jahres nahmen die Wehrmänner dann ein neues Tanklöschfahrzeug, TLF 16, mit Metz-Aufbau entgegen, womit die vorhandenen Gerätschaften eine bedeutende Aufwertung erfuhren.

 Fahrzeugeinweihung November 1967; TLF 16 mit Metz-Aufbau

v. l . Kastenwagen VW Feuerwehr Ergolding, LF 8 Feuerwehr Piflas, TLF 16 Feuerwehr Ergolding

Florian Ergolding 21/1

Im Juli 1968 hatte die Feuerwehr - nachdem sich die Unstimmigkeiten hinsichtlich des neuen Löschfahrzeugs gelegt hatten - wieder einen guten Mitgliederstand erreicht, zumal 51 aktive Feuerwehrmänner ehrenamtlich Dienst leisteten.

Verlegung der Feuermeldestelle am 19.09.1968 von Albert Witossek wegen Wohnsitzwechsel zu Herbert Lang, Sportplatzstraße.

01.12.1969 gab es einen tragischen Verkehrsunfalls zwischen einem Feuerwehrmann und einem Zivilisten bei der Anfahrt zum Feuerwehrgerätehaus.

1970 wurde mit der Übergabe des neuen Feuerwehrhauses an der Ecke Sportplatzstraße - Bauhofstraße ein weiterer Schritt zu einer schlagkräftigen Wehr gelegt.

Am 01.05.1970 stellt die Feuerwehr Ergolding erstmals wieder einen Maibaum auf.

3 Tage nach Weihnachten im Jahre 1972 wurde der erste Probealarm der funkgesteuerten Sirenen im Gemeindegebiet durchgeführt.

Am 20.03.1973 wurde wegen starkem Verfall ein Haus von der Feuerwehr Ergolding kontrolliert abgebrannt. Es handelte sich um ein 1629 erbautet Haus, daß auf einer entsprechenden Verordnung von Kurfürst Maximilian I erbaut wurde. Ein Armen- oder Leprosenhaus für den ganzen Landgerichtsbezirk. 1966 wurde es bereits einmal, wegen Baufälligkeit abgerissen, und aus Stein neu erbaut. Das Haus stand zwischen der Firma Kollmeder und Altheim.

Im April 1973 hielt die Technik mit Beschaffung des ersten Fahrzeugfunkgeräts weiter Einzug. Das Fahrzeugfunkgerät hatte den "Rufnamen: Florian Ergolding 16" für das TLF 16.

1974 kamen die ersten zwei Handsprechfunkgeräte in die Wehr.

Im Juli 1975 wurde der Auftrag zum Bau eines Feuerwehrgerätehauses an die Firma Heim aus Ergolding vergeben. Bauzeit: 1 Jahr!

Im Juli 1976 wechselte die Wehr ihr Feuerwehrhaus vom bisherigen Sitz in der Schulgasse in ihr neues Domizil in der Sportplatzstraße. (Bauhof)

Durch den großen Wohnungsbau, der viele hohe Häuser in Ergolding mit sich zog, veranlaßten die Bauaufsichtsbehörden den Markt Ergolding zur Beschaffung einer Leiter. Damals wurde seitens der Feuerwehr bereits an eine fahrbare Leiter gedacht. Jedoch ließen es die finanziellen Mittel nicht zu und so wurde 1977 eine Anhängeleiter AL 18 beschafft.

Ab dem Jahr 1978  im Juni, wurde die Wehr durch die Anschaffung eines LF 16 mit Rettungsspreizer und -schere mit einer Vielzahl von Einsätzen bei Verkehrsunfällen und technischen Hilfeleistungen zusätzlich gefordert.

Florian Ergolding 40/1

Nach einem halben Jahr, am 23.12.1978, war der erste Alarm zu einem Verkehrsunfall bei dem die Feuerwehr aber nicht zum Einsatz kam.

Am 12.08. des Folgejahres, 1979, war es dann endlich soweit. Der Rettungsspreizer kam zu seinem ersten Einsatz. Traurige Bilanz: zwei Schwerverletzte, zwei Tote. Es war ein Verkehrsunfall auf der B 11/ B 15 auf Höhe der Tankstelle Dettenhofer.

Am 15.12.1982 erfolgte die Ausrüstung der kompletten Einsatzmannschaft mit Funkmeldeempfänger, womit die Alarmierung mit Sirene oder im Sonderfall mit Kirchenglocken entfallen konnte.

Mit dem Ansteigen der Einsatzzahlen und auch der Einsatzkräfte wurde es notwendig über ein Mehrzweckfahrzeug nachzudenken. Um die Notwendigkeit dieses Fahrzeugs zu testen wurde nach wochenlanger Eigenarbeit ein VW-Kombi in Eigenarbeit umgebaut. Am 01.07.1983 konnte dieses Fahrzeug gesegnet und für den Einsatzbetrieb übernommen werden.

1984 bekam die Wehr eine mobile Sirenenanlage von der Regierung von Niederbayern.

Am 29.10.1986 wurde in das MZF ein Funk eingebaut.

Im Jahre 1987 wurde ein neues Kapitel bei der Feuerwehr Ergolding aufgeschlagen. Die erste Jugendgruppe wurde gegründet.

Am 05.05.1988 wurde das erste Jugendleistungsabzeichen in Ergolding abgenommen.

Am 01.10.1989 übernahm die Feuerwehr von den Kameraden von der Piflaser Wehr den Anhänger P 250, Pulverlöscher 250 kg, da es in Piflas zu Platzproblemen gekommen ist. Der Anhänger wurde von der Transalpinen Pipeline (TAL) zur verfügung gestellt, da auch eine Leitung durch das Gemeindegebiet verläuft.

Das MZF, VW-Kombi versah bis 10.1989 seinen Dienst in der Feuerwehr. Am 30.10.1989 übernahm die Feuerwehr ein neues MZF. Einen Mercedes Benz.

Florian Ergolding 11/1

Am 09.September 1990 zog die Feuerwehr in das neue, moderne Feuerwehrgerätehaus mit Fahrzeug- und Maschinenhalle an der Sportplatzstraße 15a.

Ebenfalls 1990 wurde in den Räumen der Ergoldinger Wehr eine Videothek für den Landkreis Landshut auf- und stetig ausgebaut.

Im September 1991 übergab der Landkreis den ÖSA, Ölschadensanhänger, an die Feuerwehr Ergolding.

Der Landrat, Josef Neumeier, übergibt am 22.07.1993 an die Feuerwehr einen Verkehrssicherungsanhänger (VSA). Somit ist ein weiterer Schritt in Sachen Sicherheit für Feuerwehrdienstleistende getan.

Im Jahr 1995 erhielt die Feuerwehr ihr drittes Löschfahrzeug. Ein LF 16/12.

Florian Ergolding 41/1

Vier Jahre später, im Oktober 1999, wurde das mittlerweile 33 Jahre alte Tanklöschfahrzeug durch ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 24/48) ersetzt. Die Gesamtkosten betrugen damals 397.697, 43 Mark.

Florian Ergolding 23/1

Im Jahr 2000 beantragte die Wehr eine Drehleiter, welche seitens der Gemeinde auch genehmigt wurde.

Ebenfalls im Jahr 2000 wurde die Ergoldinger Wehr komplett auf den Schutzanzug Bayern 2000 ungestellt.

Am Florianiamt, am 05.05.2001, wurde die Fahne der Jugendfeuerwehr in der Kirche gesegnet.

2002 begann die Feuerwehr mit einem Aufbau einer kleinen Sanitätsgruppe. Hierzu meldeten sich 3 Mann.

Im Oktober 2002 absolvierten erstmals 10 Feuerwehrmänner ein Fahrsicherheitstraining auf dem ADAC-Verkehrsübungsplatz in Augsburg.

Ein Jahr darauf, 2003, schickte die Gemeinde wieder Feuerwehrmänner zum sicheren Umgang mit dem Feuerwehrauto nach Augsburg.

Ebenfalls 2003 feierte die Wehr ihr großes Gründungsfest von 125 Jahren.

2003 wuchs die San-Gruppe um weitere 4 Mann auf 7 Mann an.

Am 27.05.2004 wurde die AL 18 an einen Fahrzeugsammler verkauft.

Am 02.06.2004 kam die Feuerwehr, dank Spendern aus der Gemeinde, zu einem Frühdefibrilator.

Spender mit damaligem Bürgermeister Hans Bauer

Dieser halbautomatische Defibrillator (AED) erkennt selbständig, ob eine bewusstlose Person Herzkammerflimmern hat und somit mit Elektroschock wiederbelebt werden muss. Das Gerät ergänzt den bereits vorhandenen Notfallkoffer optimal

Am 05.09.2009 wurde das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20/16 an die Ergoldinger Feuerwehr übergeben. Nach einer feierlichen Messe in der Kirche Maria Heimsuchung ging es nach einem gemeinsamen Fußmarsch zum Ergoldinger Bürgersaal. Den Grußworten von Bürgermeister, Landrat, Kreisbrandrat, Kommandant schloß sich die Segnung durch die beiden Pfarrer an.

Dienstzeitende Florian Ergolding 40/1 (alt) - Dienstzeitanfang Florian Ergolding 40/1 (neu)

Am 08.10.2016 wurde der Gerätewagen Logistik GW-L2 nach einem Gottesdienst und einer anschließenden Segnung durch die Ergoldinger Pfarrer an die Floriansjünger übergeben. Vorausgegangen waren natürlich Grußworte von Bürgermeiester, Landrat, Kreisbrandrat und Kommandant.

Florian Ergolding 56/1